Re: Aussteiger gesucht!!! Nr. 2 (insbesondere für Barbara )


[ Reisen Cabo Verde - Kapverdische Inseln ]


Geschrieben von barbara am 10. Juli 2002 02:47:22:

Als Antwort auf: Re: Aussteiger gesucht!!! Nr. 2 (insbesondere für Barbara ) geschrieben von ina am 09. Juli 2002 17:10:16:

einen schönen guten abend, liebe ina.
hab dank ob deiner ausführlichen wie aufschlussreichen antwort!
ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es nicht möglich ist, täglich alles zu beantworten, was man so zugeschickt bekommt - so mache dir bitte keine gedanken, ich laufe nicht weg und das forum auch nicht.
zumal ich mich freue, dass du dir für die antwort an mich zeit nehmen möchtest...
der einfachheit halber möchte ich teils zitieren, teils dazwischen schreiben, hoffe, dass du mir dieses verzeihen mögest.
den wechsel von wirtschaft zur psychologie als argen bruch zu bezeichnen, war vielleicht etwas vorschnell... sicher kann man das aus mehreren perspektiven betrachten - zumal ich denke, dass gerade geisteswissenschaftliche wie psychologische bereiche in die meisten thematiken mit einfliessen (... oder einfliessen sollten...).
die genauen hintergründe, die du so freundlich erwähnst, waren mir dabei allerdings nicht so geläufig, da ich ausser am rande kurzfristig mit bwl nicht sehr viel mit wirtschaftsbereichen zu tun hatte. psychologie - wenn auch nur die laienhafte - liegt mir da etwas näher am herzen, warum auch immer... so danke ich herzlichst für einen aufklärenden einblick.

"Der Bruch Wirtschaft - geisteswiss./psych./menschl. liegt insofern nahe, da ich Wirtschaft als Basiswissen zwar sehr nützlich finde, aber mir nicht vorstellen kann, bis zur Rente auf diesem Gebiet zu arbeiten und mich darin zu verwirklichen."

warum empfindest du es so? womit hingegen würdest du dich gern bis zur rente befassen, worin kannst du dich selbst verwirklichen und vor allem - wie kam es dazu, dass du das derart in frage stelltest?


>Für mich besteht der -mein- Bruch darin, wider allgemeiner Vorstellungen gehandelt zu haben. Nämlich sicher im Berufsleben zu stehen und dieses aufzugeben, um mich in ein "Wagnis - Studium" zu begeben. Die Fragen danach, das Studium erfolgreich zu beenden und in einem "so hohen" Alter noch einmal den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen, hörte ich anfangs oft und zum Teil immer noch.

ich denke, die menschen, die derart urteilen, sind eben genau die, die in schubladen denken... dies jedoch ist - gerade hier - sehr verbreitet, wird quasi mit der muttermilch bereits geliefert und beginnt in frühesten lebensjahren...
man hat im alter von... das und das zu können, jene anforderungen zu erfüllen...
ein kind, welches eingeschult werden soll, muss - man höre und staune... - drei minuten am stück auf einem bein hüpfen können. (was das mit dem intellekt und der reife zu tun hat, weiss ich persönlich nicht...)...
in der jugend hat jeder gewisse entwicklungsstadien zu durchlaufen und nach dem abi (sollte es doch sein...) kommt der bund, die ausbildung und das studium in einer bestimmten semesteranzahl...
vor vollendung des 30. lebensjahres hat eine frau mutter zu werden, denn ab 30 beginnt die torschlusspanik, ab 35 wird man kritisch beäugt, bekommt man jedoch mehr als zwei ist man asozial oder hat kein anderes hobby...
fazit: der genormte mensch...
jeder, der dabei individuell anmutet, ist im zweifelsfall verrückt, weiss nicht was er tut oder ist - im besten falle...- halt schlicht "anders..."
insofern kann ich mir die reaktionen in deiner umgebung gut vorstellen. beeindrucken lassen sollte man sich davon nicht -und hast du ja augenscheinlich auch nicht!

>Alles über Bord geworfen heißt Partner ade´, Arbeit ade´, gemeinsame Wohnung ade´, gemeinsame Freunde ade´, erste eigene Wohnung, erste mal alleine und nur auf mich allein gestellt. War eine harte Schule.

was hast du daran als besonders hart empfunden, was war die schule daran und welches fazit ziehst du für dich selbst?

zur sucht nach materiellem ...
ich stimme dir zu, dass viele menschen sich nicht über sich selbst definieren, über den charakter, über eigenschaften - sondern über besitz und wirkung durch ein auftreten, welches man sich aneignet "um... zu..."
allerdings glaube ich nicht, dass es sich hierbei um einen neuen "trend" handelt, sondern dieses verhalten ist wesentlich älter. auch weiss ich nicht, ob ich unbedingt der meinung bin, dass man erfolg gehabt haben muss, um festzustellen, dass keine änderung auftritt, im verhalten der mitmenschen, in der einschätzung von sich selbst durch andere, um daraus dann zu schlussfolgern, dass es unsinnig ist, dem materialismus hinterher zu geifern.
ich denke, diese überlegung, diese infragestellung kommt zu jedem aus unterschiedlichen gründen - zu manchen eben auch gar nicht. so kann es die begegnung mit menschen sein, die zum nachdenken anregt, der besuch anderer länder, gegenden, ein in-sich-gehen und bei-sich-sein wie auch die feststellung, dass die tägliche ersatzbefriedigung konsum eben keine befriedigung gibt, sondern letztlich die schnelle, gefühllose nummer ist - nicht mehr und nicht weniger.

du schreibst: "Viele Menschen, ich behaupte sogar, fast alle Menschen suchen nach Anerkennung und finden sich selber besonders wichtig. Sie wollen das anderen vielleicht auch suggerieren. Das ist natürlich. Jeder hat nur dieses unverschämt kurze Leben und das ist für jeden einzelnen ungemein wichtig. Aber, daß der Mensch sich nur über sich selbst als Mensch auszeichnet und nicht darüber, was er hat, begreift mancher später, mancher früher und mancher gar nicht."

jein... möchte ich sagen... viele menschen... nicht fast alle suche nach anerkennung... wobei anerkennung da unterschiedliche formen zeigt.. anerkennung kann der berufliche, wirtschaftliche, gesellschaftliche status sein, oder das schulterklopfen des guten freundes...
ich weiss aber nicht, ob die eigenschaft, der anerkennung durch andere zugetan zu sein, mit dem leben selbst zu tun hat, der kürze.. der enge...
die meisten sind sich dessen erst bewusst, wenn sie älter werden - ohnehin fraglich, ob es so kurz ist, dieses leben, ob es das einzige ist, welches wir haben...
wie auch immer - dass man sich über sich selbst definieren sollte, da gebe ich dir sehr recht, verstehen die einen eher, die anderen wesentlich später und sehr viele eben überhaupt nicht...

>Erfolg ist mir noch immer wichtig. Mir ist er für mich selber wichtig. Ich möchte bestimmte Ziele erreichen. Und das Erreichen dieser Ziele ist mein Erfolg, unabhängig welcher Couleur.

welche ziele hast du dir gesetzt und woher weisst du, dass dich das erreichen dieser ziele zufrieden stimmt, beglückt, befriedigt? ist jedes ziel erfolg?
wie definierst du erfolg - allein durch das erreichen der eigenen ziele?


>Ich stellte mir diese Frage nach Zufriedenheit und Glück, weil ich mich trotz meiner "angenehmen" Situation erbärmlich fühlte. Ich hatte viel und hatte doch gar nichts. Ich war krank. Einfach nur mental und körperlich ruiniert.

,.... inwiefern körperlich ruiniert, wenn ich fragen darf?
und was hat hervorgerufen, dass du trotz der "angenehmen" situation feststelltest, dass diese situation letztlich doch eher erbärmlich war?
ich denke, nur wenige menschen halten sich den spiegel vor, stellen fest, was sie haben und dass sie letztlich nichts haben, ausser einer leergebrannten seele.
im endeffekt hat niemand etwas, ausser sich selbst. und viele menschen haben nicht einmal sich selbst...

nun... zum wettbewerb...
was dich also reizt ist selbständig und freiheitlich wissenschaftlich arbeiten zu können, auf dich gestellt, aber doch in einem gewissen rahmen, habe ich dich richtig verstanden?
angemeldet jedoch bist du dafür? weil du sagst "ich möchte daran teilnehmen" - oder ist es eine ausschreibung, zu der man sich zum termin mit einem ergebnis meldet oder eben nicht?

du sagst:"Ich möchte meine Fragen beantwortet haben. So ein Wettbewerb gibt mir den nötigen Rahmen und Motivationsschub, um auf eigene Faust loszugehen und "zu forschen".
... welche fragen möchtest du beantwortet haben? für dich?
und solltest du sie für dich selbst beantwortet haben wollen - meinst du durch diese arbeit werden sie beantwortet werden?

>Beschleunigte Welt - ja, daß ist ein Thema zum Philosophieren, zum stundenlangen Erzählen, weil man das aus so vielen unterschiedlichen Perspektiven betrachten kann.


...unbedingt...!!


"Sind die Menschen wirklich beschleunigt? Oder ist es die Welt in der er lebt? Kommt der Mensch mit den rasanten Entwicklungen eigentlich zurecht, oder ist er überfordert? Es gab doch zu allen Zeiten rasante Entwicklungen!

ich glaube, die menschen sind im denken beschleunigt... sie lassen sich keine zeit zum leben selbst, lassen zu, dass andere ihnen die zeit nehmen...
es ist - wie auch durch die schubladen, in die man zu passen hat - meines erachtens die gesellschaft, die beschleunigend wirkt... nicht die welt... die welt selbst ist unverändert, die menschen jedoch, die gesellschaft prägen normen, bürokratisieren, planen, verordnen - der mensch selbst hat zu erfüllen - oder steht aussen vor - die masse jedoch agiert entsprechend...
der mensch definiert sich zunehmend weniger über sich, als über die gesellschaft, die masse eben - man fällt ja auch nicht so auf, muss sein verkümmertes rückrad nicht reanimieren - ist bequem...
also einreihen in die marschrichtung nach der stechuhr.
überfordert ist er in dem moment, wo er inne hält und nachdenkt. doch - wie viele menschen tun das???

sicher gab es auch zu anderen zeiten erfindungen und dinge, die das alltägliche leben beeinflussten oder prägten.
ich finde jedoch, dass diese entwicklungen rasanter geworden sind...
die wichtigen dinge, oder relativ wichtigen, wurden damals erfunden... heute wird an allen ecken und enden geforscht, täglich kommt neues input hinzu, (wichtiges ist weiterhin ungeklärt... klonen wichtiger als aids-bekämpfung, gentechnik imposanter als die gesundheit zu erhalten, statt zu manipulieren...) - möchte der mensch da noch mitkommen, so füttert er sich mit input und ist überfordert, wägt er ab, so ist er ausserhalb des "trends".

Haben einige, so wie wir heute, nicht auch gesagt, die Menschen werden schneller, haben keine Zeit mehr, haben sozusagen Kritik geübt an ihrer Zeit? Wer weiß?


...haben sie - auch sie wurden schräg angeblickt...

du sagst: >Beschleunigung schafft neue Bedürfnisse.
wie siehst du das? bedürfnis an sich? welche bedürfnisse hat man? was genau ist ein bedürfnis?

>Was sind Kritiker? Sie reflektieren ihr Meinung über bestimmte Themen, wenn es authentische Kritiker sind, leben sie auch danach. Demnach müßte der, der die beschleunigte Welt kritisiert eine alternative Lebensform für sich gefunden haben, die sich von der beschleunigten Welt unterscheidet, d.h. der Kritiker wäre eine Aussteiger oder zumindest ein Außenseiter. Oder? Wie siehst Du das?

das sehe ich etwas anders... der kritiker selbst beleuchtet... wenn x etwas kritisch betrachtet, heisst es nicht, dass er nur dagegen ist, es kann auch heissen, dass er das für und wider erkennt, sieht, darüber spricht - und letztlich das für ihn lebbarere lebt.
so denke ich nicht, dass jeder der die beschleunigte welt als eine solche ansieht und sie kritisiert aussteigt.
zum aussenseiter wird jeder anders denkende auf eine gewisse art und weise.
aussteiger sehe ich als begrifflichkeit ohnehin etwas skeptisch. wie ich schonmal schrieb: wer aussteigt, muss auch eingestiegen sein, zuvor...
und sein leben, sein ich hat man immer. soll heissen - der vehemente kritiker von ... sagen wir tourismus... der dennoch all-inclusive verreist ist inkonsequent... der kritiker von tourismus an sich muss aber deshalb nicht automatisch zuhause bleiben, sondern kann beispielsweise "anders reisen" - womit er zwar den tourismus unterstützt, aber nicht automatisch daheim bleibt, da er das alles so schlecht findet...
ein vegetarier, der darauf pocht, dass leben geschützt werden müsse, darf gar nichts essen, wenn er konsequent ist - immerhin leben nachweislich auch pflanzen.. was also soll er essen?
das hat in meinen augen nicht mit wahrhaftigkeit zu tun, in diesem moment. erst dann, wenn man wasser predigt und sich an wein besinnungslos säuft, permanent, dann ist es unwahrhaftig, eine farce und zudem unglaubwürdig...


>Gute Frage: wie empfinde ich die schnelle Welt? Laß mich dies in einer späteren Nachricht wieder aufgreifen. So auch das Thema Bewußtsein.

komme drauf zurück...;-))

>Weißt Du Barbara, ich texte Dich mit mir und meinen Angelegenheiten zu und würde doch gerne mehr über Dich erfahren wollen. Wer ist die Person, die sich für meine Gedanken interessiert. Wie sieht ihr Leben aus, womit beschäftigt sie sich so in Gedanken und im täglichen Leben? Was macht Dich neugierig?. Und wie hast Du Alfred kennen gelernt? Beschreibe Dich bitte.

oha... das sind fragen... hmpf.. also vorab, du textest mich ja nicht zu und ich finde die gedankengänge sehr interessant. meine person mal so zu beschreiben.. das ist immer recht schwer...
nun... ich interessiere mich - ist vielleicht aufgefallen - für die gedankengänge anderer menschen. kulturelles, geschichtliches, sprachliches, politisches, psychologisches - auch wenn global beantwortet, beschäftigen meine gedanken; genauso das leben selbst, die menschen. ich habe nicht vor, in deutschland, in europa alt zu werden. kontinente, länder, geographisch wie kulturell und menschlich, politisch und geschichtlich, der mensch an sich, die frage nach sinn, leben, danach und zuvor, das wort- geschrieben wie gesprochen...na, machen wir es anders.. was mich nicht interessiert sind gewisse menschen, stillstand, wirtschaft, technik, mathematik sind nicht meine bereiche. alles andere interessiert mich zumindest, wenn gleich es mich auch nicht automatisch beschäftigt.
neugierig bin ich auf weitestgehend alles, was interessantes birgt..ausser den genannten themen oben... ja.. gebe zu.. das waren nun worthülsen, es ist aber sehr schwer kurz und knapp zu sagen...
im alltag beschäftigt mich, denn alltag zu bewältigen, da ich das chaos anscheinend manchmal anzuziehen scheine...
ich hoffe, das härtet langfristig ab...;-))
mein alltag ist schreiben, mein sohn... im groben... dazu kommen eben die kleinigkeiten, die das leben so mitbringt, in meinem fall der restausbau eines kellergeschosses oder oder oder....
alfred lernte ich hier über dieses forum kennen... ich entdeckte cabo verde für mich, wir schrieben uns, wir schrieben uns weniger, nach einigen gewissen themen mehr - und seitdem sehr viel. das erste mal gesehen haben wir uns in basel, als er mit seiner familie hier zu der derzeitigen reise ankam. das sehen jedoch war nicht von wichtigkeit, das visuelle nimmt zunehmend an wichtigkeit ab, nebenbei bemerkt - die vertrautheit und das gefühl des sich - kennens, sich-verstehens oder der menschlichen nähe war eben durch mails entstanden...


>Mich interessiert es insbesondere deswegen, weil Du meine Briefe kritisch hinterfragst und mich zu neuen Fragestellungen anregst. Dafür schon mal ein großes DANKESCHÖÖÖN!

hab dank... es interessiert mich, was dich beschäftigt, die fragestellungen und daher - nichts zu danken...! ;-)

>Ach so, was ich Dir noch sagen wollte. Auf Papier kann man nicht genug ausdrücken.


... sorry.. das sehe ich anders, bin da allerdings auch vorbelastet....


Ich denke, es ist verdammt schwierig, den Gedanken mit Worten so auszudrücken, daß die gewählten Worte den Sinn, den Charakter nicht verändern. Wir Menschen haben die Angewohnheit, unsere Gedanken der Sprache, die uns zur Verfügung steht anzupassen, anstatt nach Worten zu suchen, die unseren Gedanken genauso wieder geben, wie wir ihn MEINEN. Es ist sehr schwer.

einfach ist es sicher nicht, seine gedanken und gefühle so auszudrücken, wie man sie empfindet, wie sie in einem sind. doch ich finde, man kann es dennoch...
wir menschen benutzen viele worte nicht, die sehr viel besser den sinn der dinge darstellen würden, als jene, die wir benutzen. denke, das hat teils auch mit dem fall der sprache zu tun, mit der gewohnheit, wie auch mit der bequemlichkeit.
ein "ich bin traurig" wird benutzt... ein "ich gräme mich" nicht... schade eigentlich...
wir "sehnen uns nach"... aber wenn wir uns "verzehren" nach etwas, ist es sehr viel mehr gefühl, was darin ist, das schmerzliche fast ist enthalten - in der sehnsucht hingegen nicht in diesem maße.
somit glaube ich, es liegt am menschen selbst, sich mehr so auszudrücken, wie er es wirklich meint... offener zu sich und seinen gefühlen zu sein, nicht darüber zu denken "wie schreibe ich es am besten..." - sondern sich zu öffnen und die worte fliessen zu lassen.
der lesende, zum beispiel, wird es ohnehin so auffassen, wie er es möchte. kann er zwischen den zeilen lesen, so birgt das geschriebene wort auch die möglichkeit noch sehr viel mehr an gefühl auszudrücken.
in meinen augen kann man stimmungen, wie gefühle, ironie, zynik, sarkasmus - alles dieser art - sehr gut auch im geschriebenen wort vermitteln.
letztlich ist es zum schluss einfach die frage - wer liest, wer liest wie... wer versteht - und will verstehen.

Beschreibe doch mal das Gefühl während eines Orgasmus (das delikate Beispiel sei mir verziehen). Da reicht es doch nicht zu sagen schön, gut, toll, gigantisch... Oder?

...ein schmunzeln meinerseits...
ich denke, man kann es beschreiben, das gefühl...!
definitiv reicht es nicht zu sagen "schön, gut, toll oder gigantisch..."
zumal da wenig emotion in diesen worten enthalten sind, wie ich finde...
toll war der abend - wohingegen - was ist toll eigentlich genau? hoffentlich kein toller orgasmus - denn ein tollhaus ist die psychatrie gewesen, toll-wut möchte keiner haben, tollpatsch keiner sein. ist der, der toll ist somit eher verrückt? der tolle abend somit "durchgeknallt"? oder eben positiv und "klasse..."? (ein genauso verschwommener ausdruck, den wir alle benutzen)
schön anzusehen ist die blume am wegesrand.
der film war "ganz schön" - was in diesem fall nur heissen kann, dass er "recht nett" war...
gigantisch ist nichts als die steigerung von gross... dann könnte man den erlebten orgasmus (ich bleibe beim beispiel...;-) ) somit auch als gross bezeichnen: als sehr, sehr gross - doch... was bitte ist ein grosser orgasmus und wie sieht ein kleiner aus??!!

beschreibungen dieser art müssen mit emotionen erfolgen, mit worten, die gefühle beinhalten - nicht hingegen mit "modeworten" (genial, gigantisch, super...) oder nichtssagendem (gut.. schön...- was wäre ein unguter orgasmus, wenn es einen guten gibt?? was das ungute gefühl beim orgasmus?)
mit entsprechenden gefühlvollen, wahrhaftigen und beschreibenden worten kann man auch das gefühl eines orgasmus beschreiben, finde ich.


>Ein Film ist zu bedenken. In Filmen werden Handlungen wieder gegeben. Jetzt kommt es drauf an, was ich darstellen will. Fotos finde ich auf alle Fälle angemessen, da man meiner Meinung nach Momente, Ausdrücke und Eindrücke gut festhalten kann. Mit Fotos kann man zum Beispiel gut Emotionen zum Ausdruck bringen und auch beim Betrachter erzeugen. Deswegen halte ich Fotos für sehr geeignet zur Dokumentation.

... das mit dem film sehe ich anders.. es sind momente, bilder zwar, doch manipulierbar, weniger wahrhaftig als fotos... fotos sind in meinen augen emotionaler.. film mehr manipulation...

>Das Technische habe ich noch nicht konkretisiert. Ich habe Vorstellungen, bin aber noch am Meinungen sammeln und organisieren.


... würde mich freuen, wenn du mich diesbezüglich auf dem laufenden halten würdest...?!


>Erzähl mir mehr über Deine Ausbildung im Bereich Filmerei, cutting, etc. Und was hast Du noch für Ausbildungen? Auf welchem Gebiet arbeitest Du eigentlich?

ich bin schreiber von beruf, daher auch mein plädoyer für die sprache...;-))
ich bin als journalist tätig, früher in bild und wort, nun weniger in bild, dafür aber auch im pr bereich.
nachdem ich viele jahre schon als jugendliche bei zeitungen und zeitschriften gearbeitet und gejobbt habe, habe ich nach der schule beschlossen, den filmbereich kennen zu lernen. ich machte somit mein volontariat bei einer fernsehagentur, wo ich lernte, wie ein filmbeitrag entsteht, von der idee, über die konzeption, den zeitplan, dem dreh bis hin zum hinterlegen mit sprache wie cutting (bin aber keine cutterin...). habe somit meinen tv-redakteur gemacht, aber dabei festgestellt, dass nícht nur die branche eine differente ist, sondern auch die arbeit selbst. das filmen halte ich für mich persönlich für weniger kreativ, es birgt weniger möglichkeiten, ist manipuliert von vorne bis hinten und die leute in der branche sind auch nicht gerade bestechend (wobei es in den verlagshäusern sooo viel besser auch nicht aussieht...)...
mir fehlte das geschriebene wort. daher sage ich auch, dass ich schreiber bin, nicht journalist oder pressetante, denn das schreiben selbst birgt mehr, als die arbeit als recherchierender journalist, der fakten liefert, braucht, manipuliert...;-)
also machte ich mich auf, weg vom fernsehen, arbeitete in einigen agenturen, machte auch in pr, um letztlich selbständig zu arbeiten.
das war es an ausbildung - die redakteurin. aber ich wollte auch nie etwas anderes machen, als eben dieses.
(ausser einem studium...;-)) ethnologie, germanistik und geschichte, schwerpunkt drittes reich - aber zu dem zeitpunkt war ich schon so tief in der schreiberei, dass ich dem eben nicht mehr entsagen wollte.)


so... nun höre ich auch auf, hoffe, ich konnte deine fragen halbwegs zufriedenstellend beantworten und mein text ist verdaubar... deiner war es... somit danke ich dir nochmals!
viele liebe gruesse zurück und eine gute nacht,
barbara




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