Re: halt eine öffentliche Antwort


[ Reisen Cabo Verde - Kapverdische Inseln ]


Geschrieben von bs am 12. April 2001 01:53:32:

Als Antwort auf: halt eine öffentliche Antwort geschrieben von alfred am 11. April 2001 01:08:27:

>Lieber Joachim,
>ich finde es als eine Peinlichkeit, in diesem Forum solche Angelegenheiten öffentlich auszubreiten, aber ich hoffe, daß Du nicht hinterher beleidigt oder gekränkt bist.
>Ich nehme gleich vorweg, warum ich noch nicht geschrieben habe:
>nicht nur Du, viele Menschen warten auf eine Antwort von mir. Teilweise sind das echt Sachen, die brennen und nicht ein Small Talk. Du stehst jetzt 10 Tage auf der Warteliste, das ist eigentlich den Umständen entsprechend nicht viel.
>Damit das nicht arrogant klingt, gebe ich auch eine Erklärung für die Wartezeiten: seit letztem Jahr im Juli bin ich in fürchterlichem Rückstand mit der Arbeit. Das waren alles Umstände, für die keiner etwas kann, angefangen von der Krankheit Teresas, die Frau meines Partners Hans in der ALSATOUR, die wirklich nur im letzten Augenblick durch eine Operation in der Schweiz ihr Leben erhalten konnte über diverse Unwetter, technische Probleme bis hin zu einer Summe von Kleinigkeiten, die ich gar nicht beschreiben kann. Seither arbeite ich im Schnitt täglich 14 bis 15 Stunden, auch am Sonntag. Trotzdem aber möchte ich die Zeit haben, mich mit unseren Gästen zu unterhalten, wenn sie zu uns kommen, trotzdem möchte ich nichts daran ändern, jede Reise für sich individuell mit den Interessierten zu planen. In den letzten Monaten konnte ich schon viel aufholen und vor allem den Verwaltungsteil automatisieren. Ich habe auch einen aktiven, zuverlässigen, jungen Mann gefunden, dem ich
>die Transporte unserer Gäste anvertrauen kann, habe in der Landwirtschaft einen zweiten Mann, der Cirilio mit seiner Arbeit ergänzt und eine Reihe von Neuerungen. Ich schätze ich brauche noch etwas 2 Monate, bis ich wieder etwas Luft schöpfen und ich auch die sehr vernachlässigte Korrespondenz mit meinen Freunden pflegen kann.
>Also Du siehst, ich bin weder sauer noch beleidigt noch will ich Dir etwas Böses. Ich habe schon meine Gründe, vor allem hast Du selber gesehen, wie eingespannt ich bin.
>Jetzt aber zu Deinen Anklagen:
>"du hast mir fast mein leben zerstört" - Joachim, das ist eine ganz fiese Anschuldigung. Nicht ich zerstöre Dein Leben, es ist der Alkohol, der Dein Leben zerstört. Ich habe versucht, Dir zu helfen, habe aber gesehen, daß jede Unterstützung von egal welcher Seite Dir nicht hilft. Das Einzige, was Dir hilft ist, daß Du nicht mehr trinkst. Auch wenn Du es nicht hören willst, aber Du weißt das doch sicher selber am besten.
>"den job hatte ich aufgegeben" - wir hatten uns unterhalten, was die Ursache Deines Trinkens sein könnte. Dabei kam heraus, daß Du schon so lange auf einem Sessel sitzt, daß Du einfach eine Veränderung brauchtest. Ich hatte Dir ngeraten, mit Deinen Vorgesetzten zu sprechen, damit Du einen neuen Aufgabenbereich bekommen kannst, ich weiß noch, daß ich Dir vorgeschlagen hatte, in den Außendienst zu gehen, damit Du aus dem Büromuff herauskommst. Die Idee, nach Cabo Verde zu gehen, kam sicher nicht von mir, ich war total überrascht, als Du diese beim Abschied Eures Besuches am Flughafen äußertest.
>Danach, als Du nicht mehr getrunken hattest, war ich unheimlich froh und stolz. Wir wechselten viele Mails, in denen Du auf dem Standpunkt standest, daß Du hier in Cabo Verde etwas Eigenes aufziehen möchtest. Zu guter Letzt aber wolltest Du mit mir zusammenarbeiten. Schon damals machte ich Dir klar - hoffe ich zumindest, daß Du das verstanden hattest - daß ich keine Angestellten brauche sondern Mitstreiter, die eigenverantwortlich und partnerschaftlich mit mir arbeiten. Das aber erst, nachdem Du Dich entschlossen hattest, Deine Arbeit aufzugeben. Ich bin wirklich der Letzte, der jemanden rät, Europa zu verlassen, ganz im Gegenteil, ich warne sehr davor, sich Illusionen hinzugeben.
>"meine frau verloren" - das ist mir neu, daß Du Deine Frau verloren hast. Aber auch hier die Hintergründe: ich lernte Deine damalige Partnerin - noch nicht Deine Frau zu diesem Zeitpunkt - in einem Forum kennen. Zuerst dachte ich, es wäre ein Mann, der Name ließ beide Versionen zu, fand ihre Aussagen sehr sinnvoll. Nach einiger Zeit aber merkte man, daß sie sehr traurig und verzweifelt war. Das war, als Du vom Entzug zurückkamst, sie voller Hoffnung steckte, Du aber bald wieder angefangen hattest zu trinken. Sie wollte Ruhe, Abstand gewinnen und deshalb schlug ich ihr vor, einen Urlaub bei uns zu verbringen. Ihr kamt aber beide, mir tat Deine Partnerin sehr leid, ich lernte Dich kennen und bekam den Eindruck, daß Du sehr gut sein könntest, wenn da nicht der Suff wäre. Einige Tage vor Eurer Abreise hörtest Du auf zu trinken, alle waren wir sehr froh darüber und Deine Partnerin sosehr, daß Ihr zurück in Deutschland kurze Zeit darauf geheiratet hattet. Allerdings war halt die Freude nur sehr kurz.
>"das leben auf cabo verde wurde in keinster weise von dir unterstützt" - das finde ich wieder sehr unfair, denn ich bot Euch in unserem schon etwas begrenzten Wohnbereich eine Unterkunft, bereitete Euch das Essen. Was aber noch wesentlicher war, ich gab Dir eine ganze Reihe von Möglichkeiten, eine Aufgabe zu übernehmen - aber nichts hat Dir gepaßt. Würdest Du einem Betrunkenen Verantwortung übertragen? - Ich kann das nicht, dafür bin ich zu verantwortungsbewußt.
>"du hast versucht mich fertig zu machen, aber du hast es nicht geschafft" - wie Du darauf kommst, daß ich Dich fertigmachen wollte, das weißt nur Du. Jedenfalls hatte ich nicht die Absicht, mir wäre es lieber gewesen, wenn ich einen starken Joachim vor mir gehabt hätte, da wäre allen geholfen gewesen.
>"meinem arbeitgeber hast du geschrieben, dass ich trinke, da hatte ich keine chance mehr anzukommen" - ich weiß, wer Dein Arbeitgeber war, das hattest Du mir ja erzählt. Aber ich hatte und habe wirklich Besseres zu tun, als mir irgendwelche Adressen zu beschaffen um mitzuteilen, daß Du weiterhin trinkst. Außerdem wußte man das dort, schließlich warst Du auf Entzug, so etwas weiß der Arbeitgeber zumeist. Auch hattest Du gekündigt, also was soll das Ganze?
>"meine freunde haben sich teilweise von mir distanziert" - ich kannte Deine Freunde gar nicht. Ab und an kam ein Mail von Deinem Bruder, diese waren an Dich gerichtet, also habe ich sie gar nicht gelesen.
>"du tust mir weh durch mißachtung meiner person" - tut mir leid, wenn es Dich kränkt, daß ich nicht sofort zurückgeschrieben habe, aber den Grund habe ich ja eingangs schon erklärt.
>"aber ich werde nicht locker lassen, denn ich will für mich ne antwort warum wolltest du mit mir was machen und dann hast du mich im regen stehen gelassen ?" - die Antwort hattest Du schon lange, solange Du trinkst, bist Du für mich eine Belastung. Ich bin weder Dein Vater noch Dein Bruder, so daß ich mich für Dich verantwortlich fühlen müßte. Es war Euer freier Entschluß, nach Cabo Verde zu kommen, ebenso war er frei, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Im Regen habe ich Dich nicht stehenlassen, ich habe Dir sogar die Rückreise organisiert. Arbeit hättest Du hier genug finden können, wenn Du hättest arbeiten können. Der Tag beginnt am Morgen und nicht erst gegen Mittag.
>Wie schon gesagt, ich finde es deplatziert, sich in diesem Forum mit solchen Dingen auseinander zu setzen. Aber das Forum ist frei, so lange nicht Ungesetzliches darin geschrieben wird. Sollte sich dieses Thema weiter ausdehnen, dann werde ich die Beiträge in ein neues Forum kopieren und die Interessierten können sich dann dort umtun.
>Aber vielleicht ist es auch gut, wenn künftige Aussteiger sich diese Beiträge ansehen. Wenn man den Schritt tut, aus der sozialen Sicherheit in Europa auszusteigen, dann muß man aber auch genügend Verantwortungsbewußtsein und Selbstdisziplin mitbringen. Ein "Looser" in Europa wird auch hier ein "Looser" sein.
>In diesem Sinne
>viele Grüße aus Cabo Verde
>
>alfred

hallo alfred.
keine hintergrundinformationen, sicher...doch...:
gibt es nicht die möglichkeit, einem haltlosen halt zu geben, um vom halt dem festhalten am alkohol leichter wegzukommen?
alkoholkrank.. krank.. wenn es denn so war...
das heisst genehsung...und das wiederum bedarf hilfe.
konntest du sie ihm nicht geben? wolltest du sie ihm nicht geben?
und: alkohol lässt sich nur bekämpfen, wenn man stark ist. das kann man nicht, wenn man im neuaufbau ist, angst hat, allein ist und nicht das gefühl hat, dass da jemand ist, der an einen glaubt, einen stärkt - und sei es durch verantwortung, die man demjenigen gibt, mit argusaugen darüber zu wachen ist ja nun auch eine möglichkeit?
oder ist es vermessen, da nachzuhaken???
gruss, bs





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